pico coaching | Überfordere ich meinen Hund?
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Überfordere ich meinen Hund?

Die meisten Hundebesitzer möchten nur das Beste für Ihren Hund. Darum wird neben einer hochwertigen Ausstattung an Leine, Körbchen, Futter & Co. auch auf ein „ausgewogenes“ Freizeitprogramm für den haarigen Liebling Wert gelegt. Im Grundsatz eine großartige Einstellung! Allerdings erlebe ich es immer häufiger, dass Besitzer ihre Hunde überfordern, gerade die schwierigen Charaktereigenschaften ungewollt fördern und die Freizeitgestaltung alles andere als „ausgewogen“ ist. In manchen Fällen haben die Besitzer sogar ein schlechtes Gewissen, wenn ihr Hund nur „normale Spaziergänge“ macht. So sieht ein Wochenplan mancher Hunde wie folgt aus: montags Agility, dienstags Mantrailing, mittwochs Rückfruftraining, donnerstags Frisbee und freitags Longieren. Am Samstag läuft der Hund beim Pferd mit und sonntags geht es nur für eine kleine Wanderung ins Siebengebirge.

Auch wenn Sie einen jungen, agilen Hund haben, der vor Lebensenergie nur so strotzt, wird hier ein ganz großes Bedürfnis des Hundes vergessen: das Erholen. Ein erwachsener Hund schläft mindestens 14-16 Stunden am Tag und verbringt die restliche Zeit zum Großteil mit Ruhen und Beobachten. Oft wird vergessen, dass der Hund neben den täglichen „extra Beschäftigungen“ auch bei normale Spaziergänge vielen Außenreizen ausgesetzt ist. Ihr Hund schnüffelt, beobachtet und nimmt sämtliche Reize wesentlich intensiver wahr, als der Mensch am anderen Ende der Leine. Je nach Charakter und auch Rasse Ihres Hundes, ist ein Spaziergang vorbei an einem Kinderspielplatz, ein Schlenker durch die Innenstadt oder ein Cafébesuch schon Aufregung genug. Gerade Hunde, die dazu neigen hibbelig zu sein und schnell hoch zu fahren, sollten nicht noch durch zusätzliche schnelle Bewegungsspiele aufgeputscht werden. Hier eignet sich z.B. ein Abschalttraining, bei dem Ihr Hund lernt, verschiedene Reize auszuhalten, wesentlich besser. Ihr Hund wird nach einem solchen Training besser ausgelastet sein, als wenn Sie dies mit Bewegung kompensieren würden.

Sie können auch auf einem Spaziergang das Spielzeug verstecken und suchen lassen, anstatt zu werfen. Bringen Sie mehr Ruhe in Ihren Alltag! Überlegen Sie einfach einmal kritisch, was Ihrem Hund und Ihnen selber, wirklich gut tut und was Sie vielleicht nur aus Gewohnheit oder falscher Erwartungshaltung machen. Ein gutes Mensch-Hund-Team zeichnet nicht ein durchstrukturierter und stark gefüllter Freizeitplan aus, der aus möglicht viel Bewegung besteht. Gönnen Sie sich und Ihrem Hund auch gemeinsame Zeit zum Ausruhen. Genießen Sie die Zeit mit Ihrem Hund und finden Sie heraus, welche Freizeitgestaltung und vor allem in welchem Maß, am besten zu Ihnen passt. Gerne berate ich Sie hierzu. Sprechen Sie mich einfach an!